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6. Dez. 2016, 10:07 Uhr

Immer mehr Schweizer Gemeinden setzen auf Mobile-Government

Die Schweizer surfen mobil. Gemäss aktuellen Studien geschehen hierzulande mittlerweile deutlich mehr als die Hälfte aller Web-Zugriffe via mobiler Geräte, in erster Linie natürlich Smartphones. Diesem veränderten Nutzerverhalten tragen mittlerweile auch immer mehr Städte und Gemeinden Rechnung: grosse Städte wie kleine Gemeinden lancieren eigene Apps, die auf die technischen Vorteile von Smartphones ausgerichtet sind. Einer der Branchenführer für native Gemeinde-Apps ist das Winterthurer Unternehmen anthrazit AG, das seit 15 Jahren im Bereich mobiles Internet forscht und entwickelt. 2016 konnten Gemeinde-Apps und Mobile-Government-Services markant ausgebaut werden.
Behörden-Dienste auf Smartphones zugeschnitten
 
Die Internetnutzung verlagert sich immer mehr auf mobile Geräte. Gemäss «Media Use Index» der Y&R Group Switzerland surfen mittlerweile 85% der Schweizer mobil. Dies ist ein entscheidendes Kriterium für die öffentliche Hand, auch den Behörden-Bürger-Dialog mittels mobiler Geräte zu ermöglichen. Zur schieren Mobilität gesellen sich zudem weitere entscheidende technische Vorteile mobiler Geräte, etwa die Standortbestimmung, Push-Nachrichten oder die integrierte Kamera, die den digitalen öffentlichen Dienstleistungen neue Dimensionen eröffnen.
 
Eine bei Behörden wie Bürgern sehr beliebte Anwendung ist beispielsweise der «Mängelmelder». Sieht ein Nutzer behördlichen Handlungsbedarf bei der kommunalen Infrastruktur, zum Beispiel eine defekte Strassenlampe, widerrechtlich entsorgter Müll oder ein überlaufender Brunnen, so kann er kurzum mit dem Handy davon ein Bild erstellen, per Knopfdruck eine Mängelmeldung mit metergenauem Standort an die Verwaltung schicken und später den Fortschritt bei der Instandsetzung laufend mitverfolgen. Genauso praktisch ist der kommunale Abfallkalender mit Push-Erinnerungsfunktion, der den App-Nutzer rechtzeitig auf bevorstehende Sperrgut- und Altpapiersammlungen oder Grünabfuhr hinweist und so vergilbte Papier-Listen am Kühlschrank unnötig macht. Und natürlich ist es vor allem für Neuzuzüger oder Besucher sehr praktisch, wenn der Gang zu einer Institution oder einer Sehenswürdigkeit direkt mit Karte/Navi auf dem Handy verknüpft werden kann.  
 
Auch für kleine Gemeinden erschwinglich
 
Rund 150 Gemeinden, Kantone und Behörden nutzen mittlerweile Lösungen der Winterthurer anthrazit ag. Einerseits wurden Apps für einwohnerreiche Städte wie Winterthur, St. Gallen oder Köniz entwickelt, neu dazu kommen aber auch immer mehr kleine und sogar Kleinstgemeinden wie etwa Bözberg, Büron oder Sutz-Lattrigen im Bieler Seeland, der bisher wohl kleinsten App-Gemeinde der Schweiz mit gerade einmal 1413 Einwohnern. «Die Grösse einer Gemeinde hindert ja nicht daran, mit der Zeit zu gehen», schmunzelt Sutz-Lattrigen-Gemeindepräsident Christian Gnägi, «und die App ermöglicht jederzeit einen gegenseitigen Informationsaustausch zwischen Bürger/innen (z.B. via Dorfmelder bei Littering) und Gemeinde (z.B. via Push Nachricht zur Gemeindeversammlung)».
 
Die Zukunft des eGov ist mGov
 
Die Winterthurer anthrazit ag, in die rund ein Dutzend Mitarbeiter involviert sind, konnte 2016 anständig zulegen. anthrazit-Unternehmer Christian Schwengeler gehört zu den Pionieren des mobilen Internets und hatte bereits im fernen 2005 ein komplett vernetztes Auto an der IT-Messe Orbit ausgestellt. «Unsere umfangreiche Forschungs- und Entwicklungsarbeit und die damit verbundenen grossen Investitionen beginnen sich langsam aber sicher auszuzahlen», betont Schwengeler, «wir sind jetzt bestens aufgestellt, die öffentliche Hand sieht im Rahmen des E-Government-Auftrags des Bundes den Bedarf und es ist somit nur noch eine Frage der Zeit, bis alle Gemeinden auf Mobile-Government setzen werden.»
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