Mobile-Story
Der Roboter beisst in den Apfel
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Der Roboter beisst in den Apfel
Googles Handy-Betriebssystem Android klont sich. Das Logo mit dem grünen Roboter erscheint auf immer mehr Handys und mausert sich zum ernsthaften Konkurrenten des iPhone- Systems. anthrazit stellt es Ihnen vor.
Ein Mobiltelefon als «Telefon» zu bezeichnen, tut ihm Unrecht. Bei heutigen Geräten ist das Telefonieren nur eine Funktion von vielen. Es sind kleine Kommunikationsroboter. Das mag sich auch Google gedacht haben, als sich der Werbe- und Suchmaschinengigant im Herbst 2008 anschickte, den Handymarkt zu erobern und sich einen Namen für sein jüngstes Kind ausdachte: Android. Jüngst hat die Firma in den USA sogar ein eigenes Gerät namens «Nexus» lanciert. Natürlich mit Android ausgestattet. Es lässt sich derzeit nur importieren, läuft aber auch in einheimischen Netzen. 2010 wird zum Jahr des Androiden, da sind sich die Experten einig. Ein Beispiel dafür liefert die totgesagte Motorola: Sie erlebt, dank des neuen Geräts «Milestone» (auch als «Droid» bekannt) nach langer Zeit des Niedergangs in die Bedeutungslosigkeit, eine Wiedergeburt: Das Motorola Milestone wird von den Kritikern der Fachmagazine als erste ernsthafte iPhone Konkurrenz gefeiert. Es ist mit Android 2.0 ausgerüstet. Das laut dem Fachblatt Connect «derzeit beste Android-Smartphone » belegt zudem, dass sich «Surfbrettchen» mit Fingerbedienung endgültig durchgesetzt haben.

Die Konkurrenz schläft nicht

Die Zahl der Betriebssysteme nimmt zu. Viele Hersteller werkeln an ihren eigenen Systemen. Kürzlich hat Samsung Bada http://www.bada.com vorgestellt. Sein Anspruch: Es soll auch eher schwachen, billigen Handys mehr Intelligenz verleihen, sie zu einem vollwertigen Smartphone machen. So wie das bereits vor Jahren entwickelte Brew MP http://brew.qualcomm.com. HTC setzt es erst seit kurzem für günstige Smartphones ein, etwa für das «Smart», das im Frühling erscheint. Edler ist dagegen Nokias Maemo http://maemo.nokia.com, hervorgegangen aus den Internet-Tablets der Finnen und auf dem neuen N900 zu besichtigen. «Fast ein kleines Netbook» meint Areamobile.de http://www.areamobile.de. Auch Apple bleibt nicht untätig. Vermutlich im Sommer 2010 erscheint das iPhone 4G mit iPhone OS 4.0. In der Gerüchteküche des Internets brodeln die Hoffnungen, es werde endlich echtes Multitasking im Hintergrund unterstützen. Fazit: Billige Handys werden klüger und teure noch edler. Weil sich allerdings Palm http://www.palm.com mit seinem überlegenen WebOS noch nicht in die Schweiz getraut hat, bleibt nur Android als echte Alternative zum iPhone, ähnlich schick, ähnlich ausgestattet, mit einem kleineren App Store, dem Android Market zwar, dennoch mit attraktiven Apps im Sortiment. Andere Systeme reichen punkto Benutzererlebnis nicht an das Trio heran.

Das Prinzip Android

Android ist ein offenes Betriebssystem für Mobiltelefone, hauptsächlich von Google entwickelt. Offen, das heisst: Hersteller dürfen es kostenlos verwenden und mit eigener Software erweitern. Deshalb ist Android derzeit in verschiedenen «Geschmacksrichtungen» erhältlich. Mal roh, mal von einzelnen Herstellern um eigene Programme und Bedieneroberflächen ergänzt. HTC etwa nennt seine neue Oberfläche für Android- und Windows-Mobile-Geräte «HTC Sense». Auf dem HTC-Magic fehlt diese. Kein Wunder: Es verfügt noch nicht über alle Funktionen, die einen «iPhone-Killer» ausmachen. HTC plant allerdings für die meisten der älteren Geräte ein Software-Upgrade – im Frühling erhältlich.

Ein erster Blick auf Android

Sie wissen nicht, ob Sie mit Android zurechtkämen? Wer zum ersten Mal mit Android arbeitet, gewöhnt sich schnell an das Bedienkonzept. Es weicht vom iPhone zwar ab, ist aber dennoch intuitiv. Erst die jüngste Android-Generation beherrscht das Erkennen gleichzeitiger Berührungen. Das wirkt sich für schnelle Zweifinger-Tipper angenehm aus. So gehen keine Buchstaben mehr verloren. Standardmässig erstreckt sich der Startbildschirm über drei Schirme, die sich mit einem Fingerwisch einschalten und individuell gestalten lassen. Das sind drei verschiedene Ablageflächen, die Sie nach Bedarf nutzen können. Auf dem Screen eines Android-Geräts lassen sich Links, intelligente Ordner und Widgets – kleine Programmfensterchen – ablegen, die etwa Termine oder Aufgaben anzeigen. So behält man seinen Tag stets im Blick.

Um ein Widget zu aktivieren, pressen Sie einfach länger auf eine freie Fläche und wählen aus dem aufpoppenden Menü das gewünschte aus. Und die Programme? Am unteren Bildrand befindet sich eine digitale Lasche, die man mit einem Wisch aufzieht. In der «Schublade» steckt die verfügbare Software. Die praktische Statusleiste oben lässt sich wie ein Rollo herunterziehen. Sie zeigt verpasste Anrufe, aktive Anwendungen und vieles mehr an. Je nach Gerät erleichtern zusätzliche Tasten die Bedienung. «Menü» etwa blendet das zur aktuellen Anwendung passende Menü ein. «Home» führt zurück auf den mittleren Startbildschirm. Ein längerer Druck auf die Taste blendet die zuletzt genutzten Anwendungen ein.

Opfer der Offenheit

Die Unterschiede zum iPhone sind nicht besonders gross. Letzteres setzt bloss konsequenter auf die Fingerbedienung, während Android mit seiner Offenheit und freien Konfigurierbarkeit überzeugt. Jeder darf Programme entwickeln und ohne nähere Prüfung in den Android-Market, den Softwarekiosk von Google stellen. Dieses Vertrauen kann allerdings auch missbraucht werden. So landete kürzlich die Software eines Entwicklers namens «Droid09» im Android-Market, die auf das Stehlen von Bankdaten aus war. Sie ist von Google rasch entfernt worden. Schäden sind nicht bekannt. Android-User sollten auf jeden Fall besondere Vorsicht walten lassen und aufmerksam studieren, auf welche Komponenten und Informationen eine neue Software zugreift. Diese Informationen werden vor der Installation der Software angezeigt. Im Zweifelsfalle sollten Sie auf die Installation verzichten. Etwa wenn die Software auf Ihre Kontakte zugreift und Sie dies nicht möchten, weil Sie der Software nicht trauen. Besonders interessante, kostenlose Apps, die Sie bedenkenlos nutzen können, finden Sie im PDF im Kasten «Nützliche Android Software».
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