2008 war für die Schweizer Hotels ein gutes Jahr. Die Anzahl Logiernächte stieg um 2,7 Prozent auf 37,3 Millionen – so viele wie seit dem Rekordjahr 1990 nicht mehr. Knapp 58 Prozent der Übernachtungen gingen auf das Konto ausländischer Gäste, etwas mehr als 42 Prozent buchten Herr und Frau Schweizer. Von den einzelnen Regionen schnitten Graubünden (plus 6,3 Prozent), das Wallis (plus 3,7 Prozent) und das Berner Oberland (plus 3,4 Prozent) am besten ab. Nur das Tessin weist einen Rückgang aus (minus 3,2 Prozent); vor allem, weil das Jahr ungewöhnlich regenreich war.
Trotz der durchaus guten Zahlen ist hotelleriesuisse- Präsident Guglielmo Brentel nicht sonderlich zuversichtlich und rechnet wegen der Wirtschaftsflaute und dem erstarkten Franken, der Ferien in der Schweiz für ausländische Gäste deutlich verteuert, mit einem Rückgang. Herr und Frau Schweizer müssen also die ausbleibenden Gäste aus dem Ausland ersetzen.
Die ersten Zahlen und bisherigen Buchungen stimmen positiv, die Schweizer werden dieses Jahr mehr Ferien in der Heimat machen als letztes Jahr. In den Sommerferien werden schätzungsweise nur die Hälfte aller Schweizerinnen und Schweizer ins Ausland verreisen, ein Viertel wird Ferien auf Balkonien machen und ein Viertel irgendwo anders in der Schweiz. Besonders hoch im Kurs stehen, wie 2008, das Berner Oberland, Graubünden und das Wallis
Online hat Graubünden klar die Nase vorn
Die Destinationen im Berner Oberland http://www.berneroberland.ch haben eine Website für Tourismus, Wirtschaft und Gesellschaft. Nach der Startseite folgt die leise Enttäuschung… alle touristischen Unterseiten funktionieren ungenügend und sind mit veralteten Webtechnologien programmiert. Ausserdem helfen die wenigen Informationen kaum weiter. Zum Glück hat jede regionale Tourismusorganisation ihren eigenen Auftritt. Alle sind ähnlich aufgebaut und bieten die wichtigsten Funktionalitäten (Hotel oder Ferienwohnung suchen und buchen) sowie Informationen (Agenda, Ausflugtipps, Restaurantempfehlungen, Wetterprognosen). Am professionellsten wirkt, wenig überraschend, die Website von GstaadSaanenland http://www.gstaad.ch, sehr sympathisch der Auftritt des kleinen Haslitals ww.haslital.ch.
Für einen ganz anderen Ansatz hat sich Graubünden http://www.graubuenden.ch entschieden. Alle Regionen haben eine Plattform und die Marke Graubünden entwickelt – obwohl jede Region und Gemeinde ihren eigenen Internetauftritt hat. anthrazit hat die Website im Februar 2009 als eine der 200 besten Websites der Schweiz ausgezeichnet, weil sie informativ, übersichtlich und klar strukturiert ist. Über die einfache Suchmaschine können Hotelzimmer oder Ferienwohnungen über die ganze Region oder in jedem Dorf, von Alvaneu bis Zuoz, gesucht und gebucht werden. Dazu bietet der Internetauftritt, der letztes Jahr von Grund auf überarbeitet und neu gestaltet worden ist, einige spannende Zusatzfunktionen. Zum Beispiel graubuendenTV.com mit themen- und regionenspezifischen Videos oder den Werbespots mit den Steinböcken.
Externe Partner sinnvoll einbinden
Eine ähnliche Philosophie, aber einen anderen Weg hat das Wallis http://www.wallis.ch gewählt. Die Regionen und Gemeinden haben sich wie in Graubünden zusammengetan und gemeinsam eine Plattform aufgebaut. Doch das Portal aggregiert Informationen aus dem Internet und verknüpft sie miteinander. Wer über das Drop-down-Menü (sortiert von Albinen bis Zinal) ein Hotel sucht, wird auf externe Buchungsmaschinen weitergeleitet; wer eine Ferienwohnung sucht, landet auf der Seite mit der Suchmaske für Ferienwohnungen von Schweiz Tourismus. Das funktioniert und ist durchaus sinnvoll, schliesslich muss das Rad nicht zwei Mal erfunden werden. So hat Wallis Tourismus mit vergleichsweise wenig Aufwand einen Internetauftritt mit allem Drum und Dran realisiert und mit regionalen Informationen ergänzt.
Das Highlight ist natürlich der Auftritt von Schweiz Tourismus http://www.myswitzerland.com. Die Website ist aufwändig gestaltet, voller nützlicher Informationen und technisch auf dem neuesten Stand. Die Übersicht leidet ein wenig unter der Informationsfülle, dafür lädt der Internetauftritt zum Verweilen ein – hier findet sich selbst für jemanden, der die Schweiz gut zu kennen glaubt, viel Neues und Unbekanntes. Das gilt vor allem für Themenreisen und -programme wie «Zeitreisen», die Schweiz Tourismus mit Partnern realisiert und anbietet. Auch sonst arbeitet die nationale Tourismusorganisation viel mit Partnern zusammen, beispielsweise in der Hotelsuche mit einer SBB-Tochter. Das ist die grosse Stärke der Website; sie sammelt unglaublich viele Informationen im Internet und fasst sie (mehr oder weniger) übersichtlich auf einer Plattform zusammen.
Die Schweiz in drei, fünf oder zehn Tagen
Nicht nur für ausländische Gäste interessant sind die Informationen unter «Reiseplanung». Zum Beispiel die multimedial inszenierten Routenvorschläge für Reisen in drei, fünf oder zehn Tagen quer durch die Schweiz. Für jede Etappe informiert die Animation über Fahrzeiten, Sehenswürdigkeiten mit vielen Hintergrundinformationen und Tipps (essen, trinken, übernachten, einkaufen) für die einzelnen Stationen der Reise. Die Animation vermittelt einen ersten Eindruck; wer sich für eine der drei Routen interessiert, kann sie mit einem Mausklick als PDF generieren, speichern und ausdrucken.
50 Rappen für ein Bett
Die Erfolgsgeschichte der Schweizer Jugendherbergen http://www.sjh.ch begann am 28. April 1924, als sich 70 Vertreterinnen und Vertreter von Jugendverbänden wie der «abstinenten Jugend der Pro Juventute» im Saal des «Mädchenklubs Gartenhof » in Zürich trafen und die «Zürcherische Genossenschaft zur Errichtung von Jugendherbergen» gründeten. Im Juli 1924 gehörte ein Dutzend Herbergen zur Genossenschaft; eine Übernachtung kostete damals 50 Rappen. Heute haben sich der Non-Profit-Organisation 59 Jugendherbergen aus der ganzen Schweiz angeschlossen.

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