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«Schatz, hast du schon eingekauft?»
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«Schatz, hast du schon eingekauft?»
Zeit ist ein kostbares Gut, die meisten Menschen haben zu wenig davon. Etwa, um Lebensmittel einzukaufen. Wir erledigen das oft in aller Hast auf dem Nachhauseweg oder zwischen zwei Terminen. Gerade berufstätige Menschen oder junge Familien sind um virtuelle Gemüsestände froh.
Bücher, Ferien oder Linsen online kaufen ist heute so alltäglich wie Zähne putzen. Doch wie verbreitet ist der tägliche Einkauf von Lebensmitteln über das Internet? Die Fachleute sehen hier zwar ein grosses Potenzial, weil immer mehr Menschen immer weniger Zeit haben – trotzdem gibt es in der Schweiz gerade mal zwei Onlineshops, die ein umfassendes Sortiment führen. Nur die Branchenführer Migros mit LeShop.ch und Coop mit dem Shop coop@home coopathome.ch verkaufen Milch, Eier & Co. über das Internet, die anderen Detailhändler verkaufen allenfalls Wein oder generieren einen Einkaufszettel für den realen Einkauf.
Das Problem ist der Markt. Nur wer genügend verkauft, kann sich die Infrastruktur leisten, vom komplexen Internetauftritt mit integrierter Unternehmenssoftware über das zentrale Lager bis zur pünktlichen Auslieferung. Weil der Schweizer Markt klein ist, werden die Kuchenstücke zu klein, wenn mehr als zwei Händler Lebensmittel online verkaufen. Das ist die Chance für die, die sich auf eine Nische konzentrieren, etwa frisches Obst oder Eier direkt vom Hof. Weil aber die Menschen, die online einkaufen, wenig Zeit haben, kaufen sie lieber in einem Shop ein, nicht in sieben – das ist wie im richtigen Leben …

LeShop.ch feiert Zehn-Jahre-Jubiläum
LeShop.ch ist seit 1998 online und damit der Pionier der Schweizer Lebensmittelhändler im Cyberspace. Seit dem 19. Januar 2004 verkauft die Online-Plattform auch Migros- Produkte, inzwischen ist der orange Riese mit 90,5 Prozent am Aktienkapital der LeShop SA beteiligt – und LeShop.ch verkauft nur noch Migros- und Markenprodukte. Im letzten Jahr stieg der Umsatz um 43 Prozent auf 92,3 Millionen Franken, damit ist LeShop.ch die Nummer 1 in der Schweiz. Zum Liefergebiet gehört seit Januar 2008 auch das Tessin, knapp 90 Prozent aller Schweizer Haushalte können nun beliefert werden. 2006 legte Coop seinen Onlinesupermarkt und Weinshop zusammen, daraus entstand coop@home. Im letzten Jahr setzte coop@home 47 Millionen Franken um, das ist ein Sechstel mehr als 2006, aber nur etwas mehr als die Hälfte von LeShop.ch. Wegen der Einführung neuer Lieferbedingungen – Mindestbestellwert, nach Bestellwert abgestufte Liefergebühren, Belohnungen für regelmässige Einkäufe – ging zwar die Anzahl Bestellungen leicht auf etwas mehr als 220 000 zurück, dafür stieg der durchschnittliche Einkaufsbetrag stark auf rund 210 Franken. Die Kunden kaufen seltener, dafür mehr ein.

108 Suchergebnisse verwirren nur
Die Internetauftritte der Onlinedetaillisten sind ähnlich aufgebaut. Die Produkte sind nach Produktgruppen aufgeteilt, wie im Laden. Die coop@home-Navigation ist auf den ersten Blick übersichtlicher und auf den zweiten Blick logischer. Sowohl LeShop.ch als auch coop@home haben auf jeder Seite eine Suchfunktion integriert,immer am selben Ort. Die Treffer von LeShop.ch sind brauchbarer: Bei der Suche nach «Tomaten» liefert die Suchmaschine sechs Ergebnisse, alles Tomaten – coop@home «glänzt» mit 108 Produkten, die irgendwie mit Tomaten zu tun haben, zum Beispiel Basilikum. coop@home liefert in Grossstädten und ihrer Agglomeration 11 000 und in der restlichen Schweiz 9000 Produkte aus. Das ist etwas mehr als LeShop.ch. Ausserdem sind die nach Bestellwert abgestuften Lieferkosten von coop@home eine Spur tiefer. Beide Onlinedetaillisten belohnen treue Kunden mit einem Rabatt auf die Lieferkosten. Der grosse Unterschied: coop@home liefert zur vereinbarten Zeit auf 30 Minuten genau und deponiert nie Bestellungen vor der Türe wie LeShop.ch. Coop-Kunden, die überraschend ausser Haus müssen oder zu spät nach Hause kommen, stehen mit leeren Händen da.